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Kirchen

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  • Prachtvolle Barockkirchen zieren mehrere Dörfer im Parc Ela: Erbaut wurden sie als Folge der katholischen Gegenreformation.

    Der frühste und faszinierendste Kirchenbau in der Region ist Mistail unterhalb von Alvaschein. Die ehemalige Klosterkirche stammt aus der Zeit Karls des Grossen um das Jahr 800. Speziell sind die drei Apsiden, von denen die mittlere mit gotischen Fresken ausgemalt ist, sowie der ungegliederte, flach gedeckte Kirchensaal. Die Wandmalerie ist spärlich und besteht aus karolingischen Resten, Fresken von oberitalienischem Charakter und Malereien eines vermutlich Einheimischen. Architektonisch verwandt ist Mistal mit der Kirche St. Johann in Müstair, einem Unesco-Weltkulturerbe.

    Streng katholische Patres

    Auffallend ist im Parc Ela aber vor allem die barocke Kirchenarchitektur – eine Folge der katholischen Gegenreformation nach 1650. Während des Dreissigjährigen Krieges (1618 bis 1648) – dem Kampf um die Vormacht und den richtigen Glauben in Europa – zogen italienische Kapuzinermönche aus Italien ins Gebiet der Drei Bünde. Die bärtigen Patres mit ihren braunen Gewändern und Kapuzen waren streng katholisch und sollten den Glauben gegen die Reformierten sichern. Die Bevölkerung in der Region war gespalten. Das obere Albulatal trat praktisch geschlossen zum neuen, protestantischen Glauben über. Im unteren Albulatal und Surses dominierten die Kapuziner das religiöse Leben bis ins 20. Jahrhundert. Ihr Zentrum war das Hospiz in Tiefencastel.

    Prachtvolle Barockkirchen im Surses

    Eine der reichsten Barockkirchen im Kanton Graubünden ist die Pfarrkirche St. Franziskus in Mon mit ihrer bedeutenden Orgel von Mathäus Abbrederis (anno 1690). Wegen ihrem prachtvollen Flügelalter aus dem Jahr 1512 sehenswert ist auch die Kirche St. Blasius in Tinizong. In Savognin ist das Deckengemälde „La Gloria del Paradiso“ ein eindrückliches Kunsterlebnis. Die sieben konzentrischen Kreise schaffen die Illusion einer hoch aufsteigenden Rundkuppe und symbolisieren das Paradies. Gotische Wandmalerei finden die Besucher im schön gelegenen Bergkirchlein von Stugl/Stuls. Die Malereien im vollständig ausgemalten Kirchenschiff zeigen eine Anlehnung an die Fresken in der Arena-Kapelle in Padua.

    Während die katholischen Gemeinden ihre Kirchen ausbauten und ausschmückten, beschlossen die Einwohner von Bergün/Bravuogn 1601, ihre Kirche „von allem unevangelischem Blendewerk“ zu säubern. Verschont wurden der Freskenzyklus und die grossartige Holzleistendecke mit geschnitzten Ornamenten.

    Die schönsten Kirchen im Park

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    Buchtipp

    Dieter Matti, "Alte Bilder - neu gedeutet. Kirchliche Kunst im Passland, Band 1". 56 Seiten, Verlag Desertina, ISBN 978-3-85637-368-9, Preis CHF 24.-/EUR 13.-

      © Parc Ela | Info- und Buchungsstelle Parc Ela, Stradung, CH-7460 Savognin, Tel. +41 (0)81 659 16 18, Fax +41 (0)81 659 16 17, info@parc-ela.ch

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