Parc Ela Parc Ela Parc Ela Parc Ela

24.08.2020

3’900 Tonnen Steine in Trockenmauern verbaut

Seit 10 Jahren engagiert sich der Verein Parc Ela dafür, dass die Trockenmauern im Park erhalten und saniert werden. Insgesamt wurden in dieser Zeit auf 35 Baustellen während rund 40'000 Arbeitsstunden mehr als 3'900 Tonnen Steine verbaut. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden und interessierten Landwirten konnten so 3'000 Laufmeter Trockenmauern wiederhergestellt werden. Anlässlich des Jubiläums hat der Verein Parc Ela die Geldgeberorganisationen und Partner eingeladen, eine aktuelle Baustelle in Buorchas zwischen Stuls und Latsch zu besuchen.

 

Trockenmauern sind ein wichtiges Element in der Kulturlandschaft des Parc Ela. Sie wurden bis in die 1940er Jahre als Weidegrenzen, Triebwege, zur Terrassierung der Felder oder als Lawinenverbauungen erstellt. Die Mauern in Buorchas säumten einst die historischen Weggabelungen von Filisur nach Bergün sowie von Stuls nach Latsch und trennten die Wege vom angrenzenden Wiesland ab. Seit 2016 werden die zerfallenen oder eingestürzten Mauern in Buorchas saniert.

Das Bauen von Trockenmauern ist eine Jahrtausende alte Handwerkskunst, bei der die Mauern aus Steinen aufgeschichtet werden, ohne Beton oder Mörtel zu verwenden. Das gehörte früher im Berggebiet zu den Routinearbeiten der Bauern. Heute zerfallen viele dieser Mauern, da sie nicht mehr gepflegt werden. Es mangelt an Zeit und Geld, aber zunehmend auch an Können und Erfahrung.

2009 startete der Verein Parc Ela deshalb ein Projekt, um die Trockenmauern im Parc Ela zu erhalten, zu sanieren und das dazu nötige Handwerk zu lehren. Das in der Folge erarbeitete Inventar dokumentierte 45 km Trockenmauern im Parkgebiet. Es liefert Angaben zu Ort, Länge, Bauweise, Funktion und Sichtbarkeit der Mauern und zeigt, dass rund 60% der Mauern zerfallen oder sanierungsbedürftig sind. Aus den Beschreibungen im Inventar lässt sich ableiten, welche Bedeutung diese Mauern im Landschaftsraum haben und mit welcher Priorität sie repariert werden sollen.

Trockenmauern als Elemente der Kulturlandschaft und Lebensraum für Pflanzen und Tiere

Trockenmauern bereichern nicht nur die Kulturlandschaft, sie bieten mit ihren vielen Zwischen- und Hohlräumen auch Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Flechten und Moose, Mauerpfeffer, Farne oder das Zimbelkraut wachsen auf den Steinen und in ihren Ritzen. Diverse kleinere und grössere Lebewesen wie Würmer, Spinnen, Insekten, Reptilien und Kleinsäuger finden Unterschlupf und Nahrung. Während den Mauersanierungen wird deshalb auf die örtliche Artenvielfalt Rücksicht genommen und die Sanierung je nach Situation abschnittsweise durchgeführt, um insbesondere langsam wachsende Sträucher, Flechten, den Krautsaum sowie die Kleintiere zu schonen.

Freiwillige helfen bei aufwändigen Sanierungen

Die Sanierung einer Trockenmauer ist sehr arbeitsaufwändig. Pro Quadratmeter Mauer wird etwa eine Tonne Steine verbaut. Der Arbeitsaufwand dazu beträgt durchschnittlich 8 Stunden. In 13 Baukursen des Vereins Parc Ela erlernten in den letzten 10 Jahren rund 70 Personen das alte Handwerk.

Ein Team von kompetenten Bau- und Gruppenleitenden des Vereins Parc Ela lehrt das Handwerk, leitet Sanierungen mit Freiwilligen und führt anspruchsvollere Sanierungen selber durch. Ein Teil der Sanierungen wird durch Zivildiensteinsätze und durch im Auftrag arbeitende lokale Baufirmen ausgeführt.

Die freiwillige Mitarbeit bei der Sanierung von Trockenmauern im Rahmen eines Parc Ela-Natureinsatzes ist auch ein beliebtes Angebot für Schulen, Firmen, Lehrlingsgruppen oder Vereine. Die Natureinsätze werden vom Verein Parc Ela angeboten und je nach Bedürfnis der Teilnehmenden, der Jahreszeit, der Gruppengrösse und der anstehenden Arbeiten im Park geplant und geleitet.

Trockenmauerprojekt wird fortgeführt

Auch in Zukunft werden im Parc Ela Trockenmauern saniert. Für die Jahre 2020-23 ist die Sanierung von weiteren 1’200 Laufmetern Mauern eingeplant und die Finanzierung bereits teilweise gesichert.

Das Gesamtbudget für Trockenmauersanierungen über die letzten 10 Jahre betrug 1.2 Mio Franken. Davon trug der Verein Parc Ela rund 15%. Den Rest übernahmen die Gemeinden, das Amt für Natur und Umwelt des Kantons Graubünden, z.T. der Bund sowie diverse Stiftungen wie der Fonds Landschaft Schweiz, die Dr. Berthold Suhner-Stiftung und die Binding-Stiftung.

 

Bildlegende

10_jahre_trockenmauerbau_2.jpg: Vertreterinnen und Vertreter der Partnerorganisationen (Gemeinden, Kanton, Bund, Stiftungen) des Trockenmauerprojekts des Vereins Parc Ela bei den sanierten Trockenmauern in Buorchas zwischen Latsch und Stuls.

10_jahre_trockenmauerbau_1.jpg: Sanierte Trockenmauern in Buorchas zwischen Latsch und Stuls.

 

Weitere Auskünfte

Judith Burri, Projektleiterin Kommunikation, Events und Vermittlung des Parc Ela
judith.burri@parc-ela.ch, 081 508 01 22

Alfred Gantenbein, Projektleiter Trockenmauern und Arbeitseinsätze, 081 508 01 17

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