Medienmitteilung 08. September 2026
Sensationsfund im Parc Ela: Standort der Senf-Blauschillersandbiene in Schmitten entdeckt
Andrena agilissima steht in Zeile 2080 der Excel-Liste der national prioritären Arten des Bundesamts für Umwelt (BAFU). In Spalte «V» steht bei ihr eine «1» – das heisst: höchster Handlungsbedarf, eine Stufe höher als etwa das Auerhuhn. Diesen Sommer ist ein neues Vorkommen im Parc Ela entdeckt worden.
Standort von RhB und Parc Ela aufgewertet
Regina Lenz, Bienenspezialistin und stellvertretende Geschäftsleiterin des Parc Ela, entdeckte die Insekten beim Warten auf den Zug in Schmitten an dort wachsenden Kreuzblütlern. Den Standort hatten die Rhätische Bahn und der Parc Ela vor einiger Zeit für Insekten wie etwa die Stängel-Blattschneiderbiene (Megachile genalis) aufgewertet.
Regina Lenz zählte rund 15 Weibchen gleichzeitig. Christophe Praz, Wildbienenexperte bei Info Fauna, bezeichnet den Fund laut SRF ebenfalls als Sensation und geht davon aus, dass es sich um das grösste neu entdeckte Vorkommen der Art seit Jahren handelt.
Anspruchsvolle Lebensraum-Kombination
Die 13 bis 15 Millimeter grossen Weibchen sind glänzend schwarz gefärbt und tragen schneeweisse Haarflecken im Gesicht sowie seitlich an Brustkorb und Hinterleib. Ihre auffällig dunklen Flügel schillern bläulich. Die Art bevorzugt grossblütige Kreuzblütler (wie z.B Ackersenf) als Pollenquelle und nistet in sandigen, lehmigen oder lössigen Steilwänden und Böschungen – eine seltene Kombination an Lebensräumen, für die sich der Parc Ela einsetzt.
Romanische Taufe
Die Lia Rumantscha und der Parc Ela haben der Senf-Blauschillersandbiene – wie auch schon anderen Wildbienen aus dem Parkgebiet – nun auch einen romanischen Namen gegeben: avioul glischaint heisst die kleine Sensation aus Schmitten seit diesem Jahr.